Wie ist das Programm entstanden?

Gewalt unter Jugendlichen ist ähnlich verbreitet wie häusliche Gewalt unter Erwachsenen. Dies zeigen aktuelle Studien. Umso wichtiger ist es, dass Jugendliche lernen, Konflikte in Liebesbeziehungen ohne Gewalt zu lösen. Deshalb lancierte die Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich das Präventionsprogramm «Herzsprung – Freundschaft, Liebe, Sexualität ohne Gewalt». Es basiert auf dem Präventionsprogramm «Sortir Ensembler et Se Respecter» (SE&SR), das sich in der Romandie bereits seit einigen Jahren bewährt. Die Evaluation des Pilotprojekts im Kanton Waadt, welche über 300 Schüler/-innen umfasste, zeigte positive Ergebnisse. Als Grundlage für SE&SR wiederum diente das US-amerikanische Programm «Safe Dates» aus der Mitte der 1990er Jahre. «Safe Dates» wurde mehrmals evaluiert. Dabei konnten positive Wirkungen auf das Verhalten von Jugendlichen wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Für den Einsatz an Zürcher Schulen erstellte die Pädagogische Hochschule Zürich (PH Zürich) eine leicht überarbeitete deutschsprachige Fassung von SE&SR. Zwei Teams erprobten das Programm in zwei Schulklassen der Sekundarstufe I und in drei Klassen des Berufsvorbereitungsjahrs (10. Schuljahr). Die Evaluation der Berner Fachhochschule BFH zeigte viele Qualitäten des Programms auf. Sie ortete aber auch Verbesserungspotenzial. In Zusammenarbeit mit der PH Zürich wurde «Herzsprung» deshalb weiterentwickelt und noch besser auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ausgerichtet.